als Maximenü?

Ich arbeite jetzt bei McDonald in Auerbach/Vogtland. Ist ziemlich nett. Habe letzte Woche einen Tag eingearbeit und diese Woche ist es dann richtig losgegangen. Sind alle ganz gut drauf und der Job ansich rockt auch. Am Anfang muss man noch das Kassensystem kennen lernen aber es wird Stück für Stück besser. Es ist abgefahren wie Durchgeplant da alles ist. Mit künstlerischer bzw. persönlicher Freiheit ist da nicht viel. So fahre ich nun ungefähr 3x in der Woche mit der Vogtlandbahn ins - na was kommt jetzt? - richtig: Vogtland. Heute hat sogar Ronald McDonald im Restaurant gegessen. Der macht hier gerade
eine Kindergartentour. Aber es ist nicht zu Verwechslungen gekommen.
Scheidung
Es ist immer eine schmerzhafte Sache, wenn sich gemeinsame Wege nun scheiden. Am intensivsten ist es wahrscheinlich bei Familien doch wir haben nun erstmalig diese Erfahrung in der Gemeinde gemacht. Zwickau war schon immer eine Stadt, wo die meistens Leute nicht für länger blieben. Durch Studium, FSJ, Zivi oder was auch immer sind die Leute von uns gegangen und Wege haben sich getrennt. Doch bei der letzten Gemeindeversammlung, ist das erste mal jemand aus der Gemeinde “ausgetreten”. Von beiden Seiten wurde gekämpft, und harmonisiert aber so richtig kam es nicht mehr zusammen. Nun scheiden sich die gemeinsamen Wege. Meiner Meinung nach ist es nicht die Ideallösung aber die Bestmöglichste. Bevor nur immer wieder Verletzung und Unzufriedenheit sich paaren, macht man einen sauberen Strich, segnet sich und ist dankbar, dass es heutzutage nicht nur eine Gemeinde im Leib Christi gibt. Beziehung werden bestehen bleiben und mit etwas Abstand wird
das Positive hoffentlich überwiegen.
Danke für den gemeinsamen Weg.
Leiden
klingt ähnlich wie der letzte Post - ist es aber nicht. Wir alle erleben Hochs und Tiefs in unserem Leben. Ich mag jetzt nicht diskutieren, ob das so sein muss oder nicht, weil die Praxis uns einfach zeigt, dass es anscheinend immer so ist.
Doch es gibt Tiefs und Tiefs. Diese besonders dicken Tiefs haben es dann meistens in sich. All das zuvor positive wird negiert und man sieht nur noch das schlechte. Man verfällt in Depression oder denkt es wenigstens, weil doch alle Depressionen haben, wenn es ihnen schlecht geht…
Wie schon mal in einem Post zuvor geschrieben, hatte ich auch eine Zeit, wo es mal ein bisschen härter für mich war. Wo es ein dickeres Tief war und nicht gleich wieder weg ging. Für mich war es sehr heilsam, mir Zeit und Raum zu geben. Natürlich gibt es Sachen im Leben, die weiterhin funktionieren sollten (eventuell dein Job, wenn du keinen Urlaub mehr hast, deine Familie sollte nicht zwingend drunter leiden usw.) aber ich glaube, dass wir oft uns in das “Funktionieren” reinstürzen, dass Trauer, Leid und Schmerz gar keinen Raum bekommen. Es ist in der schnelllebigen und immer lachenden Welt doch nicht ok, wenn ich hier angenervt vom Leben schon zwei Stunden in der Ecke sitze.
Warum nicht?
Die meisten meiner Kollegen/Freunde/Menschen um mich herum sind noch jung. Warum können wir uns nicht die Zeit nehmen und den Schmerz zulassen? Wer sagt denn, dass es mir immer gut gehen muss? Ist es wirklich unproduktiv, wenn ich mal zwei Stunden einfach nur abkacke? Das ganze Verdrängen und Funktionieren müssen, macht uns meiner Meinung nach zu Sklaven der Gesellschaft und anderseits zu psychischen Fracks.
Wenn du das nächste mal durchhängst - schau mal, ob es dir nicht was bringt, dies einfach zuzulassen. Nicht davon zu rennen, sondern in den Schmerz hineinlegen. Wenn du eh melancholisch depressiv bist, dann weiß ich nicht, ob es das Beste ist, aber für den Rest dürfte es eventuell eine sinnvolle Sache sein.
Leidenschaft
Ist ein Wort was in unserem Sprachgebraucht zwei Seiten hat. Die zerstörende und nicht mehr unter Kontrolle habende Leidenschaft und anderseits die “Passion”, sich hingeben bzw. voller innerer Freude und drängender Überzeugung etwas nacheifern. Um die positive Leidenschaft mag ich kurz was schreiben.
Wir strecken uns immer wieder danach aus. Egal, ob es um Job, Beziehung (zu Gott oder Menschen) oder was auch immer geht, da wir wissen, dass Leidenschaft ein Motor ist, der uns antreibt und uns trotzdem ein Gefühl der Zufriedenheit gibt.
Doch wie bekommt man Leidenschaft zurück? Wie kommt man da rein?
Meistens versuchen wir uns hingebungsvoll mental auf etwas einzustellen.
Wenn ich meinem Herzen so einen kleinen Ruck gebe und noch ein bisschen “jetzt aber” sage, wird es schon wieder kommen. Doch irgendwie funzt es nicht.
Ich habe festgestellt, dass Leidenschaft meistens nicht über den direkten Weg erreichbar ist. Meine Beziehung zu Gott wird bei mir nicht leidenschaftlicher, wenn ich eine Stunde bete und anschließend noch Lobpreis mache. Auch nicht, wenn ich mir fünf Predigten anhöre oder immer fein in den Gottesdienst gehe. Obwohl, dass eigentlich alles gut christlich ausschaut, und uns doch zum Gott hinbringen müsste. Macht es auch irgendwie, aber eben nicht auf der leidenschaftlichen Ebene.
Es sind Sachen, die ich suchen muss. Ich muss mich selbst beobachten und anschließend mich danach ausstrecken. Bei mir war das zum “The Spirit that guids us” & “Two Arms to hold me”-Konzert mal wieder der Fall. Zwei nette Screamobands. Da kann ich locker 90min in Sprachen beten und gut rocken. Das schafft Leidenschaft. Ein anderer Punkt ist reisen und Menschen treffen, die schon lange mit Jesus unterwegs sind. Das inspiriert mich und lässt mein Herz entflammen.
Was ist es bei dir? Ist es die Tante Ursl, die einfach so viel Lebensweisheit hat, dass es dich jedes mal wieder flasht? Ist es der Besuch im Theater/auf dem Weihnachtsmarkt oder der Spaziergang?
Ich glaube, wir sollten bei der Suche nach Leidenschaft die klassischen Antworten gleich mal wieder streichen und uns nach den “kleinen aber feinen Momenten” ausstrecken.
Change your Life, but it is your choice
Ich hatte in den letzten Monaten eine Zeit wo es mir nicht so gut ging. Man hat schon funktioniert aber irgendwie war ich immer wieder down. Ich empfand die Situation in der Gemeinde als nicht so einfach, mein Studium verlangt von mir immer wieder Selbstdisziplien, welche noch zu Wünschen übrig lässt und die Jobsituation war ungewiss.
Doch irgendwann ging auch das vorbei. Doch es ist nicht so ”was von
allein kommt, geht auch wieder von allein” passiert. “Dein Denken verändert dein Handeln.” (Leider hab ich die passende Bibelstelle dazu nicht mehr gefunden.) In der ”anstrengenden” Zeit hab ich mir total viele Predigten reingezogen und mein Hauskreis war für mich eine Konstante, die mich getragen
hat. Hinzu kam eine Menge Verständnis von Katta.
Ich glaube, dass diese drei Sachen Schlüssel aus vielen auswegslosen Situationen/Kriesen sind.
1. Der eigene Wille, dass sich die Situation ändern soll
2. Diesen Willen in die Tat umsetzen, und seine Denkstrudel durch
Input verändern
3. Menschen die einem zur Seite stehen und Konstanz & Auferbauung
mitbringen.
Ein richtiger Kaufmann kann alles verkaufen…
Bin gerade in Wabern auf dem FLT. Hab hier ein Input über Hierarchische Leiterschaftsstrukturen gemacht.
(*Blogeintrag wurde am 2.11. angefangen*)
War ganz lustig, da wir in Zwickau gerade dabei sind die ganze Leiterschaftssache eher abzuschaffen. Also mindestens die Ämter und somit die Denke darum. Aber ich hab mir von der FCG (freie Gemeinde in Zwickau die sehr hierarchisch strukturiert ist - das für sie aber auch ganz gut funktioniert) ein Buch empfehlen lassen und das schnell durchgearbeitet.
 Dadurch konnte ich dann auch halbwegs überzeugend referieren. Danach hat dann jemand für mich gebetet. “Gott danke, dass wir uns jetzt schon so lange kennen. Danke, dass Simon so ein treuer Nachfolger ist, auch wenn wir uns jetzt in andere Richtungen entwickelt haben…“
Es scheint also überzeugend gewesen zu sein :)
Meine Aufgabe war ja auch, eine Extremposition darzustellen.
Mir macht in letzter Zeit das Lehren wieder richtig Spaß. Hatte eine längere Zeit, wo ich das Gefühl hatte, dass die “Salbung” ein wenig weg war. Doch die letzten Tage waren richtig gut. 3 Predigten in 2 Tagen. Yeah.  Und alle haben gut gerockt. Vielleicht dazu die Tage noch mal mehr.
