Theologie, Lifestyle & Selbstmanagement


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Interview Kommunität Sellerhäuser in Leipzig

Ich war in letzter Zeit bei einigen Kommunitäten zu Gast. Das war eher Zufall als Plan, doch daraus ist der Gedanke entstanden ein paar Interviews draus zu machen. Hier #1 mit Alex Schneider alias Sapling Jones. Er lebt in der Sellerhäuser-Kommunität in Leipzig

Wie bist du mit dem Kommunitätsgedanken in Kontakt gekommen?

Naja, ganz am Anfang steht wahrscheinlich Ramsdorf, die 24-7 Community, wo eine gute Freundin ein Jahr lebte. Dann unser Jahr in London. Weiß nicht mehr was zuerst kam aber da war das Buch Music of Silence: A Sacred Journey Through the Hours of the Day von David Steindl-Rast, einem Benediktinermönch, oder die Feststellung, dass mir regelmässiges Beten am Morgen gut tat, gerade emotional. Crossing: Reclaiming the Landscape of Our Lives von Mark Barrett, noch ein Benediktiner, und “The Monastry”, diese bemerkenswerte Reality-TV Show

, sorgten dann dafür mich zu einem waschechten Klosterinteressierten zu machen.

Was war deine illusorischste Vorstellung?

Hab ich noch nicht rausgefunden.

Was ist für dich attraktiver Früh- oder Abendgebet?

Jedes hat seinen Platz.

Freies- oder liturgisches Gebet?

Liturgisches … ich mag das einfach mit sovielen Jahrhunderten und Generationen von Christen im Einklang zu beten.

Was sind für dich die Herausforderungen im Alltag in einer Kommunität?

Mein Bedürfniss nach Ordnung und Kommunikation, nach klaren Verhältnissen und wissen-wo-man-steht mit den manchmal ganz anderen Bedürfnissen meiner Brüder und Schwestern abzustimmen.

Würdest du das Projekt überhaupt als “Kommunität” bezeichnen?

Erstmal müssen wir alle rausfinden ob dieser Gedanke überhaupt der ist, dem wir nacheifern wollen, der uns inspiriert. Im Moment sind wir nicht unter dieses Schild zu kriegen, denk ich. Aber vielleicht denk ich da grad zu eng. Kommt auf die Definition von “Kommunität” an.

Welchen Orden steht ihr am nächsten?
Wir sind ganz leicht von der Benediktsregel beeinflusst. Die liegt aber den meisten Orden zugrunde.

Was würdest du Leuten mitgeben, die mit dem Gedanken spielen auch so ein Projekt an den Start zu bringen?

Überlegt vorher, was Ihr wollt. Schaut Euch andere Beispiele an (Orden, Ramsdorf, etc.) lasst euch inspirieren, schreibt auf, was die enralen Sachen sind, die Euch wichtig sind, wegen denen Ihr zusammenzieht. Betet und befehlt Euer vorhaben Gott an.
Wenn Ihr dann usammengezogen seit und Gott Euch die Türen geöffnet hat, wundert Euch nicht, wenn Ihr feststellt, dass Ihr mit den selben Worten (aus der Vorbereitung) tief unterschiedliche Dinge gemeint habt. Bleibt offen füreinander, prüft Eure zentralen Punkte und nutzt sie als Orientierung und als urückfinden zu dem, was Euch verbindet. Gott hat Euch berufen, seine Berufungen können Ihn nicht gereuen. Aber was sein Plan mit Euch ist, werdet ihr nur durch das “Ausleben” des Plans herausfinden.

Ich danke dir Alex. War eine nette Zeit bei euch. Danke fürs einquartieren und das liebe Mittagessen.